Michaels überschwemmte Blumensaat

Erzengel Michael war nicht besonders erfreut, als er - nach seinem Mittagsschläfchen, das bei Engeln einiges länger dauert als bei den Menschen - wieder einmal auf die Erde runter guckte.

 

Nachdem die französische Revolution erfolgreich über die Bühne gegangen war (mit den Fahnen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit), war Michael ziemlich erschöpft. Er hatte nämlich für die Menschen unsichtbar gegen die macht- und geldgierige Oberschicht gekämpft und dachte, nun hätte er eine Pause verdient. Darum schaute er erst gegen Ende des letzten Jahrtausends auf die Erde nieder und erschrak darüber, was er da ansehen  musste! Nichts mehr übrig geblieben vom Geist der Französischen Revolution - nein, Geld- und Machtgier nur noch grösser geworden! Die Menschen hielten es auch nicht mehr für nötig, Gott zu danken oder ihn anzurufen, wenn sie in Not waren. So war der Kontakt von den Menschen zu Gott abgebrochen, und der Vermittler zwischen Gott und den Menschen (also in den letzten 3 x 130 Jahren Michael) war am pennen!

 

1995 also erwachte Michael von diesem verlängerten Dornröschenschlaf und schaute auf die Erde nieder. Er analysierte: Sehr viele viel zu alte Menschen auf dem Planeten. 70 oder 80 Jahre sollte ein Menschenleben dauern, und da humpeln 400Jährige und noch älter! Und - hä? Ganz viele Menschen die keine Individuen, sondern Klone waren! Wer hat dies bewirkt? Er fragte seine Frau, die Lucia, die sich schon fast nicht mehr an ihren Mann erinnerte, so lange hatte er geschlafen, der Gute ..... und die hatte sich nicht mit der Menschheit befasst. Er fragte im Intergalaktischen Rat nach, aber die hatten auch keine Ahnung. Schliesslich sei doch er der Chef gewesen zu Zeiten der Französischen Revolution, und nicht einmal eine Sitzung zur Bestimmung seines Nachfolgers hätte er einberufen! Sei eigentlich ganz seine Schuld. Und Gott sagte zu ihm: Mein Sohn, dann mach wenigstens JETZT etwas!

 

Michael beobachtete und merkte, dass die Menschen jetzt teilweise aus Körper UND Geist seien, die sich trennen können, dass manche Menschen sich unsichtbar machen können und manche sogar an zwei Orten gleichzeitig sein können. Er sah, dass die Menschengeister in andere einsteigen und sie dann nicht adäquate Dinge tun liessen, was viel Leid über die Menschheit brachte.

 

Nun, dann verbiete ich dies bei den kommenden Generationen einfach, dachte sich Michael, ohne bei den Kollegen in der Weltregierung Rücksprache zu nehmen. Ich bestimme einfach, dass die Menschen wieder ganz normal und ohne diese speziellen Attribute auf die Welt kommen. Und ich mache sie ein wenig schöner und klüger als die Alten, dann wird sich das bald wieder ergeben.

 

So säte also Michael ab dem Jahr 2000 die neue Blumenkinder-Generation. Kinder, die hübsch und clever und immun gegen die gängigen Gifte sind. Er freute sich sehr, als er sie beobachtete.

 

Michael machte aber die Rechnung ohne den Wirt. Pardon, ohne die Wirtin. Die Wirtin war eine Menschenfrau (also eine Menschen-Milf) namens Johanna Glanzmann, die zu jener Zeit die grösste Macht auf Erden hatte. Wegen ihrer mannigfacher Kontakte und ihrer guten Beobachtungsgabe bemerkte sie, was hier lief. Und es gefiel ihr nicht. Sie konnte sich ausrechnen, dass diese Kinder einfach zu wenig Geld in das Wirtschaftssystem bringen würden: kaum krank, intelligent und attraktiv: eine Gefahr für uns Alten! Deshalb beschloss sie, die Menschen in der Ostschweiz sollten unfruchtbar werden. Sie trommelte auch die anderen mentalen Machthaber der Schweiz und Europas zusammen und überzeugte sie davon, ein Geburtenstopp würde wichtig sein, das geplante Neue-Welt-Vorhaben zu Ende zu bringen. Eine Welt nämlich, wo auch Leute mit Pädophiler Neigung legal und unbescholten ihre Natur ausleben können.

 

Die mentalen Machthaber der jeweiligen Regionen in Westeuropa bestimmten allesamt, dass von nun an die Menschen kinderlos blieben. Die Osteuropäer machten nicht mit, weil bei ihnen Kindersegen eine Art Altersvorsorge ist. Das traf sich gut für das Ass Otto, welcher sich schon lange mit Adoption beschäftigt hatte und darauf ein Adoptionsgeschäft mit Kindern aus Osteuropa aufbauen konnte.

 

Neue Ideen betreffend der Kinderlosigkeit waren im grosszügigen Setzen von Doppelleben seiner selbst oder von bekannten Personen, die man dann beim Storch bestellen und per Vorauskasse liefern lassen konnte. Die bekanntesten Klone (und auch die schwierigsten) betreffen diejenigen von Märel und Rölel aus Dätwil, wo auch die Geheimen Sitzungen der Asse stattfanden. Narciss und Tulipan wie ich sie auch gerne nenne, verlangten für die Storch Dienste 10`000 Franken pro Baby. Sofort patentierten sie natürlich ihre Idee.

 

Peter, nicht Mitglied der ASSe, überlegte aber eines Tages, als er eine lange Toilettensitzung absolvierte: ich könnte mir ja auch einen Klon .....