Besser in Bern?

 

 

 

Vor einigen Tagen machte ich mit meiner Tante einen Spaziergang. Sie brachte das Gespräch zu meiner beruflichen Tätigkeit. Wird nicht über dich geredet im Weinland? fragte sie mich. Doch, selbstverständlich wird über mich geredet. Man kennt mich  und was ich da so ziemlich öffentlich mache, ist neu hier.

 

Meine Tante äusserte Bedenken, dass ihre entfernt Verwandten im Weinland (sie selber wohnt gar nicht hier) mich verurteilen würden dafür und dass sie selber damit einem schlechten Ruf anheimfallen könnte. Sie riet mir, doch von hier weg zu ziehen, ins Bernbiet beispielsweise, wo man mich und die Verwandtschaft nicht kennt.

 

Ach ja? Was ist denn so verwerflich an meiner Tätigkeit? Wenn ich konkret nachfrage, findet niemand wirklich, es sei moralisch nicht in Ordnung. Selbst Prostitution findet im Grunde niemand ganz verwerflich. Nur .... die anderen Leute sind ja viel prüder und der schlechte Ruf ...... ja, der schlechte Ruf!

 

Ich verstehe ja schon, was „Die Leute“ meinen. Ich soll bitte mein Angebot anonym in einer grösseren Stadt anbieten und sie nicht mit Fragen nach Moral und Anstand konfrontieren. Da kennt Ihr mich aber schlecht! Genau das will ich: die immer noch geltenden Tabus in diesem Bereich ansprechen und die Diskussion zu diesen Themen inszenieren. Ich bin sicher, dass mehr Offenheit das Zusammenleben der Menschen leichter machen würde. Sowohl im Weinland als auch im Bernbiet.